Das zweite ECM-Album des Schweizer Pianisten und Komponisten Nik Bärtsch mit seiner Band Ronin spiegelt die Entwicklung wider, die die Gruppe in den zwei Jahren seit der Veröffentlichung von "Stoa" durch zahlreiche Auftritte erfahren hat. Bärtsch hebt hervor, dass das intensive Spielen maßgeblich zur Reifung beigetragen habe. Die Band verfolge eine organische Weiterentwicklung, die als zentrale Triebkraft für ihre Musik dient. Charakteristisch für die Stücke sind modulare Strukturen, polymetrische Rhythmen, verflochtene Muster und wiederkehrende Motive. Während Bärtsch den musikalischen Ansatz der Band als ein "spiralförmiges Kontinuum" beschreibt, das sich von den westlichen Avantgarde-Idealen permanenter Innovation unterscheidet, lässt sich dennoch eine konzeptionelle Fortentwicklung beobachten: Der Klang von Ronin präsentiert sich nun zugleich entspannter und unauflösbar, wobei der Groove stets erhalten bleibt.