Die Siwan-Produktion überzeugt durch das inspirierende Zusammentreffen von Künstlern aus nördlichen und südlichen Regionen, wodurch eine originelle Verbindung verschiedener Kulturen entsteht. In der klanglichen Gestaltung entfalten Jon Balkes musikalische Konzepte und Arrangements ihre ganze Stärke, indem sie unterschiedliche Talente ausgewogen und kontrastreich miteinander verweben. Amina Alaouis ausdrucksstarke Stimme und ihre poetischen Texte werden von dem sensibel agierenden Geiger Kheir Eddine M'Kachiche, Bjarte Eike sowie einem Dutzend Barock-Solisten an Streichinstrumenten, Laute und Cembalo, dem virtuosen Perkussionisten Pedram Khavar Zamini und dem traditionsübergreifend arbeitenden Jon Hassell begleitet.
Noch bevor diese Musik auf internationalen Bühnen fesselnd präsentiert wird, gilt die Aufnahme bereits als außergewöhnliches, frisches Zeugnis eines kreativen Entdeckungsprozesses. Besonders sticht Aminas Gesang hervor, getragen von einem beeindruckenden Barockensemble und eingebettet in Jon Balkes Kompositionen. Die musikalische Verschmelzung beruht auf philosophischen, historischen und literarischen Bezügen: Balke und Alaoui interpretieren Werke von Sufi-Dichtern, christlichen Mystikern und Troubadouren. Mit Siwan werden in der transkulturellen Musik neue Maßstäbe gesetzt und eindrucksvoll demonstriert, was möglich ist, wenn Künstler unterschiedlichster Herkunft ihre schöpferischen Kräfte vereinen.



