Der Titel Lebroba von Andrew Cyrille ist ein Kunstwort aus den Anfangssilben von Leland, Brooklyn und Baltimore – den Geburtsorten der drei kreativen Köpfe, die auf diesem Album zusammenkommen. Alle drei Künstler hatten ihre ECM-Debüts bereits vor Jahrzehnten: Andrew Cyrille (Schlagzeug) wirkte 1970 bei Marion Browns 'Afternoon of a Georgia Faun' mit, Wadada Leo Smith (Trompete) veröffentlichte 1978 sein eigenes Meisterwerk 'Divine Love', und Bill Frisell (Gitarre) spielte 1979 auf Eberhard Webers 'Fluid Rustle'[1][2]. Diese Musiker haben die Szene nachhaltig geprägt. Obwohl Frisell bereits auf Cyrilles früherem ECM-Album 'The Declaration of Musical Independence' zu hören war, markiert Lebroba die erste Zusammenarbeit zwischen ihm und Trompeter Smith[5]. Als großherziger Bandleader schenkt Cyrille seinen Mitmusikern ausreichend Freiraum. Jeder der drei steuert eigene Kompositionen bei, wobei Smiths 'Turiya' – eine Hommage an Alice Coltrane – sich gemächlich über 17 Minuten entfaltet. In seinen eigenen Stücken, darunter der Titeltrack und das abschließende 'Pretty Beauty', rückt Cyrille das Schlagzeug selten in den Vordergrund[5]. Stattdessen bevorzugt er ein melodisches und interaktives Spiel mit besonderem Gespür für Tonhöhen und Raum. Seine Musik enthält Anklänge an westafrikanische Klänge, Blues und die Jazz-Schlagzeugtradition, doch Cyrilles heutiger Ansatz ist eher elliptisch – er deutet den Takt mehr an, als ihn explizit vorzugeben.