Der gesamte Tonspurbestand - Klänge, Gespräche, Geräuschkulisse - des Filmes "Nouvelle Vague" von Jean-Luc Godard wurde beim Filmfestival in Cannes 1990 erstmals präsentiert. In einer späteren Pressekonferenz äußerte Godard: "Während der Erschaffung dieses Werkes lauschte ich vielen Klangwelten; Töne, die Manfred Eicher produzierte. Ich kann nachvollziehen, wie Tonkünstler von solchen Klanglandschaften angeregt und geprägt werden. Auch ich vertiefte mich in diese musikalischen Welten und fühlte mich beim Schaffen wie ein Komponist." Bei einer Unterhaltung auf dem Filmfestival in Toronto 1996 griff Godard dieses Thema wieder auf: "Manfred initiierte unsere Verbindung, indem er mir einige Tonwerke zusandte. Es waren moderne Kompositionen von Arvo Pärt und besonders David Darling, die mir vorher unbekannt waren. Nach dem Anhören kontaktierte ich ihn schriftlich mit der Bitte, mir weitere Aufnahmen seines Unternehmens zuzusenden. Ich empfand, dass er mit Tönen und ich mit visuellen Eindrücken gewissermaßen im gleichen Territorium arbeiteten. Die Musikstücke, die er mir zukommen lässt, inspirieren mich zu filmischen Konzepten. Tatsächlich führten mich einige der Aufnahmen zu einem Werk namens 'Nouvelle Vague' und anschließend zu weiteren Einfällen... und ich begann, aufgrund dieser Musikrichtung Visionen zu entwickeln." Die Zeitschrift Cahiers du Cinéma schrieb: "Die Tonspur von 'Nouvelle Vague' ist bemerkenswert. Das Zusammenspiel verschiedener musikalischer Elemente, Stimmen und Geräuschkulissen zählt zu den beeindruckendsten, die je vernommen wurden, selbst im Oeuvre Godards." Beinhaltet die Stimmaufnahmen von Alain Delon, Domiziana Giordano, Roland Amstutz, Laurence Cote, Jacques Dacqmine, Christophe Odent, Laurence Guerre, Joseph Lisbona und weiteren.