Das bemerkenswert anziehende transkulturelle Projekt des tunesischen Oud-Meisters Anouar Brahem, der als tiefgründiger Innovator und Traditionalist gilt, wird besonders hervorgehoben – ihm wird nachgesagt, er habe der Oud in der tunesischen Musik die ursprüngliche Bedeutung zurückgegeben. Auf dem Album Thimar findet keine oberflächliche Vermischung von Traditionen statt. Vielmehr begegnen sich drei eigenständige Musiker, die bei der Suche nach gemeinsamen musikalischen Wurzeln keine Kompromisse bei ihrer Individualität eingehen. Als Bezugspunkte dienen sowohl die arabische Kunstmusik als auch der Jazz, jedoch begegnen sich Anouar Brahem, John Surman und Dave Holland als Improvisationskünstler, die sich nicht von Genregrenzen einschränken lassen.