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Komponist:in

Igor Strawinsky

1882 — 1971

InfosIgor Strawinsky

Strawinsky begann sich erst als 20-jähriger Jurastudent ernsthaft mit Komposition zu befassen. Ein Freund und Kommilitone Strawinskys, der Sohn Rimsky- Korssakows, ermöglichte ihm ein Treffen mit dem berühmten russischen Meister, der daraufhin zu seinem wichtigsten Lehrer wurde. 1910 feierte Strawinsky seinen ersten Erfolg mit dem Feuervogel, einem für Diaghilews Ballets Russes in Paris geschriebenen Auftragswerk, dessen Rhythmik, Harmonik und Instrumentierung eine verblüffende Originalität aufweisen. Das Ballett begründete Strawinskys internationale Karriere, markierte aber auch den Beginn seines lebenslangen Exils, zu dem er sich zunächst aus beruflichen Gründen und später aufgrund des Ersten Weltkriegs und der Errichtung des bolschewistischen Regimes in Russland gezwungen sah. Die 1911 erfolgte Pariser Premiere von Petruschka, einem weiteren von Diaghilew in Auftrag gegebenen Ballett, vergrößerte Strawinskys Ansehen, doch erst das revolutionäre, 1913 uraufgeführte Le Sacre du printemps (Die Frühlingsweihe) sollte den Lauf der Musikgeschichte entscheidend beeinflussen. Es folgte eine verblüffend variationsreiche Reihe von Meisterwerken, die nahezu alle bedeutenden musikalischen Gattungen und Stile der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfasst. Am Klavier und als Dirigent seiner eigenen Werke trat Strawinsky auch häufig als Interpret auf.

Igor Strawinsky: Eine herausragende Gestalt der Musik des 20. Jahrhunderts

Igor Fjodorowitsch Strawinsky (17. Juni 1882 – 6. April 1971) gilt als einer der revolutionärsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, berühmt für seinen dramatischen Einfluss auf die moderne Musik. Geboren in Oranienbaum, Russland, und aufgewachsen in einer musikalischen Familie (sein Vater war ein renommierter Opernsänger), studierte Strawinsky zunächst Klavier und Musiktheorie, dann Jura, widmete sich aber bald unter der Anleitung von Rimski-Korsakow ganz der Komposition.

Strawinskys Prägung der Musik: Von Der Feuervogel bis Le Sacre du Printemps

Seine frühen Werke, darunter Scherzo fantastique und Feu d’artifice, zeigten seine einzigartige Orchestrierung und Handschrift. Diese erregten die Aufmerksamkeit des Impresarios Sergei Djagilew, der das Ballett Der Feuervogel (1910) in Auftrag gab und Strawinsky zum Durchbruch verhalf. Die nachfolgenden Ballette Petruschka (1911) und Le Sacre du Printemps (1913) festigten seinen Ruf, wobei letzteres für Aufsehen sorgte und die rhythmischen Strukturen der westlichen Musik neu definierte.

Neuinterpretation des Klassischen: Strawinskys neoklassizistische Werke

Strawinskys Karriere umfasste drei musikalische Perioden: russischer Nationalismus, Neoklassizismus (z.B. Pulcinella, Oedipus Rex, Apollon musagète, The Rake’s Progress) und schließlich Serialismus, beeinflusst von Schönberg, in denen er zwischen 1952 und 1971 einige seiner avantgardistischsten Werke schuf.

Modern und dissonant: Strawinskys Bruch mit der Tradition

In der letzten Phase seiner Laufbahn wandte sich Strawinsky der seriellen Technik Schönbergs zu und schuf einige seiner modernsten und dissonantesten Werke. Dies bedeutete einen erheblichen Bruch mit der Tradition und festigte seinen Ruf als Pionier der Musik des 20. Jahrhunderts.

Höhepunkte aktueller und jüngster Strawinsky-Aufführungen

Strawinskys Einfluss ist bis heute in zeitgenössischen Aufführungen spürbar. Die renommierte Pianistin Yuja Wang trat gemeinsam mit dem Mahler Chamber Orchestra auf und verband klassische mit modernen Meisterwerken. Außerdem bot Dag Achatz eine virtuose Solo-Klavierfassung von Le Sacre du Printemps dar, und aufstrebende Talente wie Santiago Cañón-Valencia erforschen Strawinskys Vermächtnis. Der legendäre Dirigent Pierre Boulez leitete zudem einen Abend des Modernismus mit Werken von Schönberg, Strawinsky und De Falla.