Die Klavierwerke von Alexander Glasunow sind in seinem Schaffen von besonderer Bedeutung und unterstreichen sowohl seine Vielseitigkeit als auch seinen wichtigen Beitrag zur russischen Musik[2]. Obwohl seine Musik im Westen oft wenig Beachtung fand, blieb sein Einfluss auf spätere Komponisten, insbesondere auf Schostakowitsch, beständig spürbar[2].
Bereits um 1899 entstanden die dramatischen Präludien und Fugen op. 62 in d-Moll als Ausdruck seiner akademischen Brillanz, wobei diese Sammlung aus sechs Stücken auch in einer Fassung für Orgel existiert[2]. Durch die komplexen Strukturen und die Vielzahl an Stimmen demonstriert Glasunow seine Virtuosität am Klavier und seine Meisterschaft im Kontrapunkt, wobei Polyphonie und Chromatik eine zentrale Rolle spielen[2].
Im frühen 20. Jahrhundert setzte Glasunow seine Arbeit an Präludien und Fugen fort; das op. 101 aus dem Jahr 1918 markiert einen Wandel hin zu avantgardistischen Strömungen[2]. Trotz neuer Einflüsse von Komponisten wie Strawinski und Prokofjew blieb Glasunow seiner Innovationskraft treu und schuf weiterhin anspruchsvolle Werke, die durch künstlerische Vielfalt und Raffinesse auffallen[2].
Das Präludium und die Fuge in e-Moll von 1926, später für Orgel bearbeitet, spiegeln Glasunows innere Stärke wider, auch in schwierigen Lebenslagen[2]. In einer Zeit von Armut, Krankheit und Enttäuschungen fand er Trost in der Musik, was sich in der fast heiteren Natur dieser letzten Klavierstücke widerspiegelt[2]. Seine Studenten schätzten ihn weiterhin, und Schostakowitsch hob hervor, wie Glasunow durch Verantwortungsgefühl und seine Arbeit bedeutende Kompositionen bewahrte und sich um seine Schüler kümmerte[2].









