Das 1974 erschienene erste Album von Eberhard Weber für ECM wurde als ein "nahzu perfektes Album" eines "Künstlers mit vollständig ausgereifter kreativer Vision" bezeichnet. Der deutsche Kontrabassist, geboren 1940 in Stuttgart, brachte mit diesem Werk eine kühne musikalische Aussage hervor, die eine neue Stimme in der zeitgenössischen Jazzszene ankündigte. "The Colours of Chloë" wird oft als frühes Beispiel des "europäischen Kammerjazz" und damit als eine "Emanzipation" vom amerikanischen Mainstream angesehen. Auf dieser Aufnahme präsentierte Weber seinen charakteristischen Kompositionsstil, der ebenso von europäischer Klassik und zeitgenössischem Minimalismus wie von Swing und Improvisation beeinflusst war. Besonders bemerkenswert war seine Einführung eines maßgeschneiderten fünfsaitigen elektrischen Kontrabasses, der wie eine Kreuzung zwischen einem Kontrabass und einem bundlosen E-Bass klang und zu seinem bevorzugten Instrument seit 1974 wurde. Die Musik hatte eine ätherische Qualität, die sich durch ihre Aufmerksamkeit für Raum und Nuancen deutlich von der damaligen Fusionmusik unterschied.