Das Werk "Souvenance" des tunesischen Oud-Meisters Anouar Brahem entstand im Jahr 2014 - nach einer sechsjährigen Pause seit seinem vorherigen ECM-Werk "The Astounding Eyes of Rita". Der Künstler räumt ein, dass die Komposition dieser Musik beträchtliche Zeit beanspruchte, da sein Gefühlsleben von den politischen Umbrüchen vereinnahmt wurde, die zunächst Tunesien und später die angrenzenden Staaten erfassten. Trotz fehlender direkter Verbindung zwischen seinen musikalischen Schöpfungen und den tunesischen Geschehnissen bestätigt Brahem, dass diese Ereignisse ihn tiefgreifend prägten. Musikalisch beschreitet das Album neue Pfade mit der Rückkehr von François Couturier in Brahems Ensemble, dessen Beiträge häufig durch subtile Streicherarrangements untermalt werden. Die Orchesterklänge verleihen den Kompositionen eine leuchtende Durchsichtigkeit und Fragilität, wobei sie oft einen schimmernden Klangteppich bilden, vor dem sich die Quartettmitglieder - besonders Brahems charakteristisches Oud-Spiel - deutlich abheben. Die Aufnahme dieses ersten Doppelalbums von Brahem erfolgte im Mai 2014 in den Studios von Lugano unter der Leitung von Produzent Manfred Eicher.