Das französisch-deutsche Ensemble, benannt nach dem bedeutenden russischen Regisseur Andrey Tarkovsky, lässt sich von seiner assoziativen Traumsprache inspirieren. François Couturier, Pianist und Leiter der Gruppe, verbindet die von Tarkovsky geprägte Stille und Langsamkeit eng mit einer „ECM-Ästhetik“, die auf dem dritten Album des Quartetts, Nuit blanche, weiterentwickelt wurde. Produziert wurde dieses Werk im April 2016 von Manfred Eicher in Lugano. Die Stücke – teils von Couturier komponiert, teils im Zusammenspiel mit Cellistin Anja Lecher, Saxophonist Jean-Marc Larché und Akkordeonist Jean-Louis Matinier spontan erschaffen – erkunden die Beschaffenheit von Träumen und Erinnerungen und setzen subtile Verweise auf Tarkovsky fort. So verweist Couturiers Stück Dakus auf Toru Takemitsus Nostalghia von 1987, das dem Filmemacher gewidmet ist. Darüber hinaus interpretiert das Quartett Vivaldis „Cum dederit delectis suis somnum“ aus dem Nisi Dominus auf eigensinnige Weise, als Anspielung auf Musik, die Tarkovsky zu Stalker-Zeiten hörte. Ob improvisierte Kammermusik, zeitgenössische Komposition oder barocke Klänge – die schöpferische Originalität des Tarkovsky Quartetts bleibt stets erkennbar.