Der Violinist Thomas Zehetmair, dessen neueste Paganini-Einspielung aus St. Gerold im letzten Jahr von Kritikern außerordentlich gepriesen wurde, und die Violistin Ruth Killius haben als musikalische Gefährten viele Jahre im Zehetmair Quartett zusammengewirkt. Nach ihrem beeindruckenden Duo-Auftritt beim ECM-Festival in Mannheim im vergangenen Herbst stiegen die Erwartungen an ihr neues Programm - eine sorgfältig kuratierte Sammlung zeitgenössischer Werke für Violine und Viola. Das Hauptwerk neben Bohuslav Martinůs virtuosen und zugänglichen "Madrigals", die 1946 im amerikanischen Exil komponiert wurden, ist Heinz Holligers "Drei Skizzen", ein dreiteiliges Werk, bei dem die Instrumente in der Scordatura von Mozarts berühmter "Sinfonia concertante" für Violine, Viola und Orchester gestimmt sind. Der erste Satz "Pirouetten harmoniques", vom Duo als Zugabe für ihre häufigen Aufführungen von Mozarts Meisterwerk in Auftrag gegeben, basiert vollständig auf schimmernden Harmonien, während der zweite Satz ein lebhaftes perpetuum mobile darstellt. Der Zyklus schließt mit einem sechsteiligen Choral, bei dem beide Streicher zusätzlich eine Stimme summen müssen. Diese Idee, die vom Duo mit bemerkenswerter Wirkung umgesetzt wird, wurde von Giancinto Scelsis Solostück "Manto" für einen "singenden Bratschisten" inspiriert. Komplettiert wird das Programm durch Werke von Nikos Skalkottas, Béla Bartók sowie kurze Kompositionen von Rainer Killius und Johannes Nied.