Das zwischen März 2013 und Juli 2016 im Musikgebouw Amsterdam und in der Philharmonie Haarlem aufgezeichnete 3-CD-Set stellt einen bedeutenden Beitrag zur Dokumentation der Werke des ungarischen Komponisten György Kurtág dar. Sämtliche Kompositionen Kurtágs für Ensemble sowie für Ensemble und Chor wurden hier zusammengeführt. Das Asko/Schoenberg Ensemble besticht durch seine sorgfältig vorbereiteten, detailgenauen Interpretationen, die von großem Engagement zeugen. Reinbert de Leeuw, der Dirigent, berichtet, dass er Kurtágs Œuvre über zwei Jahrzehnte hinweg Stück für Stück erarbeitet und mehrfach aufgeführt habe. Vor und nach jeder Aufnahme tauschte sich de Leeuw intensiv mit György und Márta Kurtág aus. Kurtág selbst, bekannt für seine hohen Ansprüche, erinnert sich: „Es gab Augenblicke, in denen wir nach dem ersten Hören sofort begeistert waren und das Ergebnis akzeptierten. Doch manchmal waren wir auch kritisch. Dass Reinbert stets auf unsere Anmerkungen einging und Teile oder sogar ganze Werke erneut aufnahm, verleiht dieser Veröffentlichung ihre besondere Authentizität.“ Die Werke werden in der Reihenfolge ihrer Entstehung präsentiert, beginnend mit den Vier Capriccios (1959–1970, rev. 1993), gefolgt von Vier Liedern nach Gedichten von János Pilinszky (1975), Grabstein für Stephan (1978–79, rev. 1989), Botschaften der späten Frau R. Troussova (1976–80), …quasi una fantasia… (1987–88), op. 27 Nr. 2 Doppelkonzert (1989–90), Samuel Beckett: Was ist das Wort (1991), Lieder des Entsetzens und der Trauer (1980–1994), Lieder nach Gedichten von Anna Achmatova (1997–2008), Colindă-Baladă (2010) und Kurzbotschaften (2011). Das umfangreiche Booklet der CDs enthält alle Liedtexte samt Übersetzungen, ein Interview mit Reinbert de Leeuw, Begleittexte von Wolfgang Sandner und Paul Griffith sowie eine Stellungnahme von György Kurtág.