Ein spannendes Projekt, welches als "Musik an der Weltkreuzung" bezeichnet werden könnte, präsentiert die deutsche Cellistin Anja Lechner gemeinsam mit dem griechischen Pianisten Vassilis Tsabropoulos unter dem Titel "Chants, Hymnen und Tänze". Im Zentrum des Repertoires stehen nicht nur Tsabropoulos' Werke, die von byzantinischen Hymnen aus alter Zeit inspiriert wurden, sondern auch Stücke des armenisch-geborenen Komponisten und Philosophen Georges Ivanovitch Gurdjieff (etwa 1877-1949). Die Musik Gurdjieffs schöpft ihre Rhythmen und Melodien, sowohl aus sakralen als auch weltlichen Quellen des Kaukasus, Zentralasiens und des Nahen Ostens. Dieses Projekt verwischt bewusst die Trennlinien zwischen östlicher und westlicher Tradition, zwischen komponierter und improvisierter Musik sowie zwischen traditionellen und zeitgenössischen Klangwelten.