Gary Peacock erschuf während seiner musikalischen Laufbahn einige seiner herausragendsten Werke in Piano-Trios. In den frühen Phasen seiner Karriere war er maßgeblich an der Entwicklung einer neuartigen Rolle für den Kontrabass beteiligt, der nun als eigenständige melodische Stimme fungierte - eine Evolution, die auch in Formationen unter der Leitung von Pianisten wie Paul Bley, Bill Evans und Keith Jarrett weitergeführt wurde. Seinen ersten Auftritt als Bandleader hatte Peacock 1977 bei ECM mit "Tales of Another", gemeinsam mit Jarrett und Jack DeJohnette, bevor er unter der Führung des Pianisten erfolgreich Aufnahmen machte. Im neuen Jahrtausend zählte zu Peacocks beeindruckendsten Vorhaben sein Trio mit Pianist Marc Copland und Schlagzeuger Joey Baron. Für ihr ECM-Debütalbum "Now This" (2015) erhielt diese Formation sowohl in Europa als auch in Amerika beachtliche Anerkennung. Der Guardian beschrieb es als "faszinierend", während All About Jazz urteilte:
"Diese Künstler sind stets im gegenwärtigen Moment verankert: sie lauschen, antworten, wissen wann sie einsetzen und wann sie pausieren sollten." Diese Beschreibung trifft ebenso auf "Tangents" zu, das bemerkenswerte Folgealbum des Ensembles. Die kraftvolle Virtuosität des Trios, verbunden mit poetischer Zurückhaltung, belebt fünf Kompositionen von Peacock, eine von Copland und zwei von Baron, sowie eine düster-atmosphärische freie Improvisation und mitreißende Interpretationen zweier Klassiker, die mit Bill Evans assoziiert werden: "Blue in Green" und "Spartacus".



