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Martinů: The Complete Music for Violin & Orchestra, Vol. 3

Martinů: The Complete Music for Violin & Orchestra, Vol. 3

Bohuslav Matoušek, Czech Philharmonic, Christopher Hogwood

Dauer 69 Min

Album insights

Der Musikhistoriker Charles Burney beschrieb 1773 die Werke Carl Philipp Emanuel Bachs als "derart außerordentlich". Bachs kühne Abweichungen von konventionellen musikalischen Ausdrucksformen wurden von seinen Zeitgenossen sowohl verehrt als auch kritisiert. Während seiner Zeit als "erster Cembalist" am Hof Friedrichs des Großen und später als Musikdirektor der wichtigsten Kirchen Hamburgs, perfektionierte Bach einen höchst originellen und intensiv persönlichen Kompositionsstil, bekannt als empfindsamer Stil.

Dieser Ansatz zur musikalischen Ausdruckskraft zeigte sich in häufigen Stimmungswechseln, weiten melodischen Sprüngen, zahlreichen Pausen und "Seufzer"-Motiven. Unregelmäßige Phrasenstrukturen, die Gegenüberstellung kontrastierender rhythmischer Figuren, Trugschlüsse und dramatische, rhetorische harmonische Einwürfe waren weitere Kennzeichen. Bach wurde besonders für seine Fähigkeit berühmt, Fantasien zu improvisieren - scheinbar freie, bewusstseinsstromartige Einfälle, die durch ungemessenen Rhythmus und entfernte harmonische Exkursionen gekennzeichnet waren.

Der englische Musikhistoriker Burney, der Bach 1772 in Hamburg besuchte, hinterließ eine berühmte Beschreibung des Komponisten am Clavichord: Er wurde so lebendig und "besessen", dass er nicht nur spielte, sondern wie ein Inspirierter aussah. Seine Augen waren fixiert, seine Unterlippe fiel herab, und Tropfen der Efferveszenz rannen von seinem Gesicht herab.

Die Launenhaftigkeit und Gefühlstiefe von Bachs Spielstil spiegelt sich in vielen Sonaten, Rondos und Fantasien wider, die zwischen 1779 und 1787 in sechs Sammlungen "für Kenner und Liebhaber" veröffentlicht wurden. Die Sonaten sind in ihren Formen und ihrer Ausdruckskraft endlos unvorhersehbar; mehrere, darunter die in F-Dur, Wq. 55/5, verwirren den Hörer von Anfang an, indem sie in der "falschen" Tonart beginnen.

Die Rondos nehmen ihre gewöhnlich unschuldigen Themen zum Anlass für die ungeheuerlichsten harmonischen Abenteuer. Und die Fantasien klingen wie inspirierte Improvisationen, abwechselnd wild leidenschaftlich und grüblerisch nach innen gerichtet. Am introvertiertesten ist die "Freie Fantasie" in fis-Moll, Wq 67, bezeichnet als "sehr traurig und äußerst langsam": ein alter Mann, der die Fähigkeit seines Instruments zum Pathos bis zum Äußersten erkundet.