Die Machaut-Transkriptionen von Heinz Holliger umfassen einen umfangreichen Zyklus, der zwischen 2001 und 2011 entstand. In dieser schöpferischen Neuinterpretation des Werks des bedeutenden französischen Komponisten und Poeten Guillaume de Machaut aus dem 14. Jahrhundert werden vier Stimmen mit drei Violen kombiniert. Holligers Werk entwickelt sich von direkten Übertragungen Machauts hin zu zunehmend eigenwilligeren musikalischen Neugestaltungen. Wie Holliger selbst betont, eröffnete ihm die intensive Auseinandersetzung mit Machaut neue kompositorische Horizonte. Seine Wertschätzung für das Originalmaterial spiegelt sich in den beeindruckenden Darbietungen der Bratschisten und des Vokalensembles wider. Das Hilliard Ensemble mit seiner besonderen Expertise sowohl für alte als auch zeitgenössische Musik findet in den Machaut-Transkriptionen ein perfektes Ausdrucksmittel. Die 2010 in Zürich entstandene Aufnahme zeigt die stimmliche Gruppe in ihrer vollen Ausdruckskraft. (Die eigene Verbundenheit des Ensembles zu Machaut wird auch auf ihrem Album mit den Motetten des Komponisten dokumentiert, ECM New Series 1823)